Optimieren Sie Ihr Leasingmanagement: Drei Wege zur effektiven Verwaltung in SAP

Verwaltung von Leasingverträgen

Verwaltung von Leasingverträgen: Leasingverträge bilden das Recht zur Nutzung eines Vermögenswertes, welches für einen bestimmten Zeitraum an einen Leasingnehmer übertragen wird, ab. Der Leasinggeber bleibt rechtlicher Eigentümer des Vermögenswertes und erhält für die Übertragung der Nutzungsrechte eine Gegenleistung. Es kann zwischen dem Finanzierungsleasing und dem operativen Leasing unterschieden werden:

Finanzierungsleasing

  • Ähnelt einer Finanzierung
  • In der Regel feste Grundleasingzeit (zwischen 50% und 75% der üblichen betrieblichen Nutzungsdauer des Vermögenswertes)
  • Nicht kündbar durch den Leasingnehmer in der Grundleasingzeit
  • Leasingnehmer:
    • Investitionsrisiko
    • Maßnahmen zur Werterhaltung
    • Optionen wie den Kauf des Leasingobjekts nach Grundleasingzeit

Operatives Leasing

  • Ähnelt einer Miete
  • In der Regel keine feste Grundleasingzeit
  • Jederzeit kündbar durch den Leasingnehmer
  • Leasinggeber:
    • Investitionsrisiko
    • Maßnahmen zur Werterhaltung

Leasingmöglichkeiten mit SAP

Leasingverträge können unter anderem in SAP über das Modul SAP Flexible Real Estate (RE-FX) verwaltet werden. RE-FX wird bisher hauptsächlich von großen Unternehmen, welche ein Immobilienvolumen über 1 Mrd. Euro besitzen, genutzt. Für die Nutzung fallen jedoch entsprechend hohe Lizenzkosten an. Das Modul besitzt zudem eine komplexe Customizing- und Anwendungsoberfläche.  Für Unternehmen empfiehlt sich die Verwaltung von Leasingverträgen über SAP RE-FX daher lediglich, wenn das Modul bereits eingesetzt wird und ausreichend Know-How im Unternehmen vorhanden ist.

In der Regel bieten sich für mittelständische Unternehmen zwei Möglichkeiten für die Verwaltung von Leasingverträgen in SAP an:

Die vollständige Abbildung und Verwaltung von Leasingverträgen im SAP Treasury and Risk Management empfiehlt sich insbesondere für Unternehmen, die bereits andere Finanzprodukte wie Geldhandel, Wertpapiere, Bürgschaften und Devisen über das Modul verwalten. Dies liegt daran, dass keine zusätzlichen Lizenzgebühren anfallen und kein neues Fachwissen erforderlich ist. Zudem können die Leasingverträge im SAP-Standard effizient verwaltet werden, was zu einer nahtlosen Integration führt. Für die Abbildung wird der Standardprodukttyp 550 herangezogen, welcher bei der richtigen Konfiguration sowohl IAS16- als auch HGB-konform Leasingverträge abbilden kann. Zudem können auch Sonderfälle wie beispielswiese die Nachrüstung, Verlängerung oder ein Totalschaden während der Laufzeit ohne Probleme abgebildet werden. Das Modul bietet alle notwendigen Funktionen hinsichtlich Workflows, Bewertung, Verbuchung und Zahlung an.

Sollte ein Unternehmen SAP Treasury and Risk Management noch nicht nutzen, empfiehlt sich für die Abbildung und Verwaltung von Leasingverträgen das UNIORG Contract Management Add-On. Es bietet die Möglichkeit, verschiedene Verträge (bspw. Leasingverträge) einheitlich abzubilden und in einem zentralen Cockpit zu verwalten, sowie gewährt es dir Anbindung an SAP FI, CO und FI-AA.

Grundlegende Unterschiede in der Leasingbehandlung

Die Darstellung von Bilanzen und Erfolgsrechnungen kann je nach Rechnungslegungsvorschriften variieren, insbesondere aufgrund unterschiedlicher Behandlungen von Leasingverträgen. Die Verwendung von SAP ermöglicht eine transparente Darstellung und Nachverfolgung der Bilanzierung gemäß verschiedenen Rechnungslegungsvorschriften.

HGB-Bilanzierung:

  • Operatives Leasing: Leasinggeber ist Eigentümer, vermietet Vermögensgegenstände.
  • Finanzierungsleasing: Leasinggeber bleibt Eigentümer, überträgt wirtschaftliches Eigentum.
  • Leasingnehmer: Aktivierung bei bestimmten Kriterien, Leasingraten als Aufwand.

IAS 16:

  • Unabhängig von Leasingart: Leasingnehmer aktiviert Vermögenswerte nach Right-of-Use-Ansatz, passiviert Leasingverbindlichkeiten.
  • Vermögensgegenstand wird über Leasingdauer oder am Ende abgeschrieben.
  • Leasinggeber: Forderungen bei Finanzierungsleasing, Ertrag bei operatives Leasing.

 

FAQ – Häufig gestellte Fragen

Leasingverträge bilden das Recht zur Nutzung eines Vermögenswertes, welches für einen bestimmten Zeitraum an einen Leasingnehmer übertragen wird, ab. Der Leasinggeber bleibt rechtlicher Eigentümer des Vermögenswertes und erhält für die Übertragung der Nutzungsrechte eine Gegenleistung. Es kann zwischen dem Finanzierungsleasing und dem operativen Leasing unterschieden werden.

Unternehmen bieten sich drei Möglichkeiten, ihre Leasingverträge in SAP abzubilden und zu verwalten. Sie können über das Modul „SAP Flexible Real Estate“, das „Treasury and Risk Management“, sowie das „UNIORG Contract Management“ verwaltet werden.

Die Behandlung von Leasingverträgen basiert auf der jeweiligen Rechnungslegungsvorschrift. Durch die Unterschiede können Bilanzen und Erfolgsrechnungen nach verschiedenen Rechnungslegungsvorschriften voneinander abweichen. Ein Hauptunterschied zwischen der Bilanzierung nach HGB und IFRS 16 liegt dabei in der fehlenden Unterscheidung zwischen operativem und Finanzierungsleasing nach dem Leasingstandard IFRS 16, welche nach HGB ein grundlegendes Kriterium für die unterschiedliche Bilanzierung von Leasingverträgen darstellt.

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    René Holz

    René Holz
    Business Unit Manager Treasury

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