Variantenvielfalt im Griff (Logistik Heute)

Software ein umfangreiches Produktportfolio ist nicht für die Fertigung, sondern auch für die Logistik eine große Herausforderung. Für ihre rund 150.000 Produkte setzt die Moeller Firmengruppe auf den SAP-Variantenkonfigurator, um die damit verbundene Komplexität zu reduzieren.

Die Moeller Firmengruppe optimiert ihr Supply Chain Management mit dem SAP-Variantenkonfigurator

Als Produzent und Lieferant von komplexen individuell zusammenstellbaren Komponenten und Systemen zur Automatisierung und Energieverteilung mit zahlreichen Fertigungsstätten weltweit sowie Distributoren in mehr als 80 Ländern suchte die Moeller Gruppe (www. moeller.net) aus Bonn eine IT-Lösung für die Verbesserung der Abwicklungsprozesse von der Auftragsannahme bis hin zur Auslieferung. Im Zuge der Umstellung von SAP R/2 auf R/3 setzte Moeller mit der Einrichtung des SAP-Variantenkonfigurators in Zusammenarbeit mit den SAP-Spezialisten des Dortmunder Beratungsunternehmens UNIORG ein entscheidendes Zeichen in Richtung Kundenservice.

Der Einsatz des in der SAP-Standardausrüstung enthaltenen Konfigurators ist für Unternehmen sinnvoll, die komplexe Produkte in großer Variantenvielfalt nach Kundenwünschen herstellen oder montieren. Egal, ob es sich dabei um die Konsumgüterindustrie, den Maschinen- und Anlagenbau oder die Automobilbranche handelt. Auf der Basis eines vorher festgelegten Regelwerkes lassen sich mit Hilfe dieses Werkzeuges zum Beispiel bei der individuellen Bestellung eines Fahrzeugs mit variabler Ausstattung sofort Machbarkeit der jeweiligen Variante, der Preis und vor allem das Datum der Verfügbarkeit feststellen.

"Noch vor kurzem sah die Realität bei uns so aus, dass sich unter den Auftragseingängen aufgrund der Komplexität der Produkte und den zahlreichen Kombinationsmöglichkeiten einzelner Komponenten auch Bestellungen befanden, die gar nicht realisierbar waren", erinnert sich CIO Patrick O'Keeffe. Im Fall Moeller handelt es sich dabei um mehr als 150.000 lieferfähige Produkte, von denen 50.000 wiederum als Elemente in kundenindividuellen Baugruppen zusammengestellt werden können. Ohne Variantenkonfigurator war es kaum möglich, die fehlerhaften Aufträge sofort bei Eingang herauszufiltern. Sie gelangten deshalb oft über die Abteilung Materialwirtschaft bis hin zum produzierenden Werk, und erst dann wurde der Fehler entdeckt. Das hieß unter Umständen drei, vier Tage Zeitverzug und damit Nichteinhaltung des Liefertermins. "Durchschnittlich war allein ein Mitarbeiter pro Werk damit beschäftigt, technisch nicht korrekte Aufträge zu klären - ein enormer Verwaltungsaufwand, der nun mittels Variantenkonfigurator wegfällt", so O'Keeffe nach Abschluss des Projektes.

Der Variantenkonfigurator wurde als interaktive Lösung mit elektronischem Assistenten realisiert, ist einfach zu bedienen und versetzt auch Mitarbeiter ohne technisches Know-how in die Lage, bereits bei der Auftragserfassung sicherzustellen, dass nur gültige Baugruppen und Komponenten bestellt werden. Wesentlicher Vorteil ist, dass nicht einfach nur eine Fehlermeldung erscheint, sondern die integrierte Benutzerführung falsche Eingaben vermeiden hilft und im Bedarfsfall sogar die Ursache erkennt.

Reduzierung der Stammdatensätze

Schon seit mehreren Jahren liebäugelte Moeller mit der Verbesserung der Prozesskette und der damit verbundenen Logistik und suchte eine sinnvolle Möglichkeit, die Struktur der Materialstammdaten abzubilden. Nach einem Vergleich mit ähnlichen Produkten anderer Hersteller erhielt das SAP-Produkt aufgrund seiner hohen Integrationstiefe in die Firmenlogistik bei gleichzeitiger Standardisierung der Geschäftsprozesse den Zuschlag.

Im Rahmen einer Machbarkeitsstudie wurden frühzeitig einige typische Produktgruppen ausgewählt und daran Pro und Kontra des Konfigurators abgewogen. Als Resultat lassen sich 70.000 Produktvarianten mit ehemals gleicher Anzahl an Stammdatensätzen heute durch nur noch 900 abbilden.

Beziehungswissen transparent

Vorher war jedoch großer Einsatz seitens der Produktmanager und Ingenieure gefragt. Sie mussten ihr Beziehungswissen - also sämtliche Informationen über alle realisierbaren Kombinationsmöglichkeiten - zur Verfügung stellen, damit die Materialstämme in der jetzigen Form aufgebaut werden konnten. Diese Daten sind heute elektronisch jedem Mitarbeiter zugänglich, und nahezu alle Funktionsbereiche vom Vertrieb über die Materialwirtschaft und die Produktion bis hin zu Controlling und Versand sind in das System "Variantenkonfigurator" eingebunden. "Verlief das Projekt im Großen und Ganzen reibungslos, hatten wir doch im Vorfeld unterschätzt, was es an Kommunikation und Zusammenarbeit bedarf, wenn so viele Unternehmensbereiche involviert sind", so Teilprojektleiter Thomas Matzke von der Moeller Gruppe. "Wir haben während des Projektes hinsichtlich der künftigen Vorteile viel Überzeugungsarbeit geleistet mit dem Ergebnis, dass heute die Akzeptanz bei den Beteiligten sehr positiv ist".

Bei der Unterstützung in punkto Produktmodellierung setzte Moeller aufgrund des enormen Funktionsumfangs des Variantenkonfigurators auf das Know-how von Uniorg. Trotz einfacher Handhabung mussten viele freie Optionen zueinander in Beziehung gesetzt werden, um die Varianten eines Produktes über nur ein konfigurierbares Material abzubilden. Zu diesem Material wurden je eine Maximalstückliste und ein Maximalarbeitsplan angelegt, die alle Komponenten und Vorgänge enthalten, die zur Fertigung der Varianten nötig sind.

Die Eigenschaften eines konfigurierbaren Materials werden über Merkmale definiert. Das Beziehungswissen erlaubt lediglich die Auswahl zulässiger Kombinationen. Dadurch werden auch nur diejenigen Stücklistenkomponenten und Arbeitsplanvorgänge ausgewählt, die zur Fertigung dieser einen Variante benötigt werden. Der Preis einer Variante lässt sich unabhängig von der Merkmalbewertung ermitteln. Über Variantenkonditionen können Zu- und Abschläge für eine Variante definiert werden, das heißt der Verkaufspreis des konfigurierbaren Materials kann variantenspezifisch bestimmt werden. Allen Werken steht dann eine zentral gepflegte, konfigurierbare Mandantenliste zur Verfügung. Nach Bedarf kann aber jedes Werk seine eigene Stückliste verwalten.

Resümee

Als die notwendigen Vorbereitungen des SAP-Systems und des Aufbaus von Stammdaten sowie Beziehungswissen abgeschlossen waren, erfolgte der Produktivstart einige Monate nach Auftragserteilung zunächst für die inländischen Geschäftsbereiche. Dabei wurden die an der Lieferkette beteiligten Funktionsbereiche eng miteinander verzahnt: Der Vertrieb mit dem Moeller Kunden Center (MKC), die Logistik mit dem Moeller Distribution Center (MDC) als zentrale Drehscheibe aller Versandaktivitäten der Moeller Gruppe in Deutschland und Westeuropa sowie die verschiedenen Zulieferwerke.

Der hohe Aufwand für die Abbildung der Variantenvielfalt, den organisatorischen Änderungen und den damit verbundenen neuen Verantwortlichkeiten der Mitarbeiter stehen nun wesentlich vereinfachte Geschäftsprozesse in der gesamten Supply Chain gegenüber.

Das heißt auf längere Sicht konzernweite Kostenreduzierung bei erhöhter Kundenzufriedenheit. "Schon zu Beginn die Kunden sinnvoll zu beraten, als Folge effektiv die Logistik zu planen und am Ende Liefertermine wirklich einhalten zu können sind für uns entscheidende Faktoren im internationalen Wettbewerb", zieht O'Keeffe eine erste Bilanz. Geplant ist die stufenweise Einrichtung des Variantenkonfigurators in allen Landesgesellschaften, in denen eine SAP R/3-Einführung geplant ist oder bereits umgesetzt wird.

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