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Was bedeutet SAP Business AI?

Was bedeutet SAP Business AI?

SAP Business AI

SAP Business AI beschreibt den strategischen Einsatz von künstlicher Intelligenz innerhalb der SAP-Anwendungslandschaft. Dabei handelt es sich nicht um ein separates Produkt, sondern um die direkte Integration von KI in bestehende SAP-Geschäftsprozesse und -Anwendungen wie SAP S/4HANA, SAP SuccessFactors oder SAP Ariba.

Im Mittelpunkt steht eine KI, die den fachlichen Kontext eines Unternehmens versteht. SAP Business AI arbeitet nicht losgelöst von den Systemen, sondern nutzt reale Geschäftsdaten, Prozesslogiken und Organisationsstrukturen. Dadurch entstehen konkrete Handlungsempfehlungen, Prognosen und Automatisierungen, die unmittelbar im Arbeitsalltag eingesetzt werden können.

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Definition: Was ist SAP Business AI genau?

SAP Business AI ist ein übergreifendes Konzept, das alle KI-gestützten Funktionen innerhalb des SAP-Portfolios zusammenfasst. Ziel ist es, künstliche Intelligenz direkt dort einzusetzen, wo Geschäftsentscheidungen getroffen werden – in ERP-, HR-, Finance- oder Supply-Chain-Prozessen.

Im Unterschied zu generischen KI-Lösungen liegt der Fokus nicht auf allgemeinen Sprach- oder Wissensmodellen, sondern auf dem sogenannten Business Context. Die KI versteht, wie Geschäftsprozesse funktionieren, welche Daten relevant sind und welche Auswirkungen Entscheidungen haben.

 

SAP orientiert sich dabei an drei zentralen Leitprinzipien:

  • Relevant

Die KI ist direkt in die Arbeitsprozesse integriert und liefert Ergebnisse genau dort, wo sie benötigt werden.

  • Reliable (Zuverlässig)

Die Modelle basieren auf konsistenten, strukturierten Unternehmensdaten und liefern geschäftlich belastbare Ergebnisse.

  • Responsible (Verantwortungsvoll)

Datenschutz, Transparenz und ethische Nutzung stehen im Mittelpunkt der KI-Strategie.

 

Abgrenzung zu Consumer-KI

Im Gegensatz zu Consumer-KI wie Chatbots oder öffentlichen Sprachmodellen arbeitet SAP Business AI ausschließlich mit unternehmensinternen Daten innerhalb einer geschützten Umgebung. Die KI ist auf Prozessunterstützung und Entscheidungsfindung im Unternehmen ausgelegt, nicht auf allgemeine Konversation.

Ein entscheidender Unterschied liegt im sogenannten Grounding: Während öffentliche Modelle wie ChatGPT auf generellen Internetdaten basieren, wird SAP Business AI mit dem eigenen Datenmodell, den Customizing-Einstellungen und dem spezifischen Buchungskreis-Kontext des jeweiligen Unternehmens verbunden. Das Ergebnis sind Antworten und Empfehlungen, die nicht nur fachlich korrekt, sondern auch unternehmensindividuell valide sind.

Die technologische Basis: SAP AI Foundation

Die technologische Grundlage von SAP Business AI bildet die SAP AI Foundation, die Teil der SAP Business Technology Platform (BTP) ist. Sie stellt eine zentrale Infrastruktur bereit, um KI-Modelle zu entwickeln, zu betreiben und nahtlos in SAP-Anwendungen zu integrieren.

 

Die SAP AI Foundation ermöglicht unter anderem:

  • die Nutzung vorgefertigter KI-Services
  • die Integration eigener Modelle (Bring-Your-Own-Model)
  • die Skalierung von KI-Anwendungen im Unternehmenskontext
  • die Verwaltung und Versionierung von KI-Modellen über SAP AI Core
  • die Bereitstellung strukturierter Trainingsdaten über SAP AI Launchpad

 

Ein wesentlicher Vorteil ist die Offenheit gegenüber Technologiepartnern. SAP integriert über die BTP auch leistungsfähige Modelle führender Anbieter wie NVIDIA, Microsoft, Google Cloud oder AWS. Unternehmen profitieren so von moderner KI-Technologie, ohne ihre bestehende SAP-Landschaft verlassen zu müssen.

 

Generative AI Hub

Als Teil der AI Foundation stellt SAP den Generative AI Hub bereit – eine zentrale Schnittstelle, über die Unternehmen Large Language Models (LLMs) verschiedener Anbieter orchestrieren können. Dazu gehören Modelle von OpenAI (GPT-4), Anthropic (Claude), Google (Gemini) sowie offene Modelle wie Mistral oder Llama. Entscheidend: SAP fungiert dabei als neutraler Orchestrator, während der Datenschutz durch die Verarbeitung innerhalb der BTP-Infrastruktur gewährleistet bleibt.

Für Unternehmen, die eigene KI-Anwendungen entwickeln wollen, bietet SAP AI Core als zugrunde liegender Dienst die Möglichkeit, eigene Machine-Learning-Pipelines zu betreiben – von der Datenvorbereitung über das Training bis zum produktiven Einsatz.

Joule: Der generative KI-Assistent von SAP

Mit Joule stellt SAP einen generativen KI-Assistenten bereit, der als natürliches Sprach-Interface für SAP-Systeme fungiert. Joule ermöglicht es Anwendern, komplexe Abfragen und Aufgaben in natürlicher Sprache zu formulieren.

 

Typische Anwendungsbeispiele sind:

  • „Zeige mir die Performance-Abweichungen im dritten Quartal.“
  • „Fasse die offenen Rechnungen fuer Kunde XY zusammen.“
  • „Welche Lieferanten haben aktuell ein erhoehtes Ausfallrisiko?“

 

Joule liefert nicht nur Informationen, sondern kann auch Aktionen vorbereiten oder auslösen, etwa Berichte erstellen, Entwürfe generieren oder Prozesse anstoßen. Dabei greift der Assistent stets auf den unternehmensspezifischen Kontext und die vorhandenen SAP-Daten zu.

 

Joule in der Praxis: Wo ist der Assistent verfügbar?

Joule ist aktuell in mehrere SAP-Anwendungen eingebettet und wird kontinuierlich ausgebaut:

 

  • SAP S/4HANA Cloud: Joule beantwortet Fragen zu Finanzkennzahlen, offenen Posten oder Beschaffungsvorgängen direkt im System.
  • SAP SuccessFactors: Personalverantwortliche können HR-Reports, Qualifikationsanalysen oder Onboarding-Workflows per Spracheingabe auslösen.
  • SAP Ariba: Einkäufer erhalten kontextbezogene Lieferantenempfehlungen und können Ausschreibungen schneller vorbereiten.
  • SAP Build: Entwickler und Key-User nutzen Joule für die KI-gestützte Erstellung von Low-Code-Applikationen und Workflows.

 

Joule ist rollenbasiert konfiguriert: Was ein Mitarbeitender sehen und ausführen darf, richtet sich nach seinen bestehenden SAP-Berechtigungen. Die KI kann keine Informationen anzeigen oder Aktionen auslösen, auf die der Nutzer regulär keinen Zugriff hätte.

Anwendungsbereiche und Beispiele

SAP Business AI ist in nahezu allen zentralen Unternehmensbereichen einsetzbar. Die KI unterstützt dabei sowohl operative Aufgaben als auch strategische Entscheidungen und trägt zur durchgängigen Prozessoptimierung bei. Im Folgenden sind die wichtigsten Bereiche mit konkreten Einsatzszenarien beschrieben:

Finance & Controlling

  • Automatische Kontierung von Eingangsrechnungen auf Basis historischer Buchungsmuster (Cash Application)
  • KI-gestützte Erkennung von Zahlungsrisiken und Liquiditätsprognosen
  • Anomalie-Erkennung in Buchungsläufen: Abweichungen werden frühzeitig markiert, bevor sie den Abschluss gefährden
  • Automatisierter Abgleich von Kontoauszügen mit offenen Posten (Bank Statement Processing)
  • Predictive Accounting: Prognose von Umsatz- und Kostenentwicklungen auf Basis von Vertrags-, Auftrags- und Marktdaten

Supply Chain & Beschaffung

  • Bedarfsprognosen (Demand Sensing) auf Basis von Verkaufshistorie, Wetterdaten und externen Marktindikatoren
  • KI-basierte Lieferantenbewertung und Risikofrüherkennung (z. B. Insolvenzrisiko, Lieferverzögerungen)
  • Automatisierte Erzeugung von Bestellvorschlägen und Bedarfsanforderungen
  • Intelligente Ausnahmebehandlung bei Planabweichungen im Lager und Transport

Human Resources (SAP SuccessFactors)

  • KI-gestütztes Matching von Bewerberprofilen auf offene Stellen (Talent Intelligence)
  • Empfehlungssysteme für individuelle Weiterbildungsmaßnahmen (Learning Recommendations)
  • Workforce Planning: Prognose von Personalbedarfen auf Basis von Unternehmenszielen und Fluktuationsdaten
  • Automatisierte Dokumentation und Auswertung von Mitarbeitergesprächen

Kundenservice & Vertrieb

  • Intelligente Produktempfehlungen im E-Commerce und B2B-Vertrieb (SAP Commerce Cloud)
  • Automatische Klassifizierung und Priorisierung von Serviceanfragen (SAP Service Cloud)
  • Churn-Prognose: Frühzeitige Erkennung von absprungsgefährdeten Kunden
  • Angebotserstellung mit KI-gestützter Preisoptimierung

IT & Entwicklung

  • ABAP-Code-Generierung und Code-Review durch Joule in SAP Build Code
  • KI-gestützte Test-Automatisierung für SAP-Prozesse
  • Automatische Übersetzung und Dokumentation von bestehendem ABAP-Legacy-Code

Praxishinweis

Nicht jeder Use Case steht sofort out-of-the-box zur Verfügung. SAP unterscheidet zwischen embedded AI Scenarios (direkt in der Anwendung enthalten) und optionalen AI Services, die separat aktiviert und ggf. verbrauchsbasiert abgerechnet werden. Eine vollständige Übersicht bietet der SAP AI Services Catalog auf der SAP Help Portal-Seite.
 

Die Vorteile für Unternehmen

Der Einsatz von SAP Business AI bietet Unternehmen mehrere zentrale Vorteile:

Effizienzsteigerung

Routineaufgaben wie Datenerfassung, Abgleiche oder Analysen werden automatisiert. SAP nennt intern Zeitersparnisse von bis zu 40 % bei standardisierten Finance-Prozessen durch automatische Buchungsvorschläge und Cash-Application-Funktionen.

Bessere Entscheidungsfindung

Prognosen und Empfehlungen basieren auf Datenanalysen statt auf subjektiven Einschätzungen. Führungskräfte erhalten verdichtete, kontextrelevante Kennzahlen anstelle von Rohdaten-Exporten.

Verbesserte Benutzererfahrung

Die Bedienung komplexer ERP-Systeme wird durch natürliche Sprache und Assistenzfunktionen vereinfacht. Insbesondere weniger SAP-erfahrene Mitarbeitende profitieren von Joules geführter Navigation durch Prozesse.

Zukunftssicherheit

Neue KI-Szenarien werden kontinuierlich über Cloud-Updates bereitgestellt. Kunden der SAP S/4HANA Public Cloud erhalten neue AI Features ohne separate Upgrade-Projekte – sie stehen im nächsten Quartals-Release automatisch zur Verfügung.

Nahtlose Integration ohne Schatten-IT

Da KI direkt in SAP-Prozesse eingebettet ist, entfällt die Notwendigkeit, externe KI-Tools mit manuellen Datenexporten zu versorgen. Die KI arbeitet auf dem gleichen Datenmodell wie die operativen Anwendungen – kein Datenverlust durch CSV-Export, kein Versionierungsproblem.

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Lizenzmodell und Kosten: Was kostet SAP Business AI?

Das Lizenzmodell von SAP Business AI ist eines der komplexesten Themen rund um den Einsatz von KI im SAP-Umfeld – und gleichzeitig eines der meistdiskutierten. Denn: SAP Business AI ist keine einzelne Lizenz, die man kauft. Die Kosten entstehen auf mehreren Ebenen und haengen stark davon ab, welche Funktionen wie intensiv genutzt werden.

Drei Arten von KI-Funktionen – drei Kostenmodelle

SAP unterscheidet grundsätzlich zwischen drei Kategorien:

  1. Embedded AI (inklusive)

Viele KI-Features sind direkt in SAP-Cloud-Lösungen enthalten und ohne Mehrkosten nutzbar – vorausgesetzt, man besitzt die entsprechende Cloud-Lizenz. Beispiele: automatische Kontierungsvorschläge in SAP S/4HANA Cloud, intelligente Texterkennung bei Eingangsrechnungen, Lernempfehlungen in SAP SuccessFactors.

Diese Features erfordern keine AI Units und werden nicht separat abgerechnet. Sie sind fester Bestandteil des jeweiligen Produktabonnements.

  1. AI Services (verbrauchsbasiert via AI Units)

Für leistungsintensivere oder optionale KI-Services – insbesondere solche auf Basis großer Sprachmodelle (LLMs) – zieht SAP ein verbrauchsbasiertes Modell heran. Die Verrechnungseinheit heißt AI Unit (AIU).

  1. Add-On-Pakete und Premium Features

Bestimmte Premium-Funktionen – etwa erweiterte Joule-Fähigkeiten, der Zugriff auf externe LLMs über den Generative AI Hub oder branchenspezifische KI-Pakete – können als Add-ons oder über gesonderte Vertragsvereinbarungen ergänzt werden.

Was sind AI Units (AIU)?

AI Units sind die zentrale Abrechnungseinheit für KI-Services auf der SAP Business Technology Platform (BTP). Sie funktionieren ähnlich wie ein Prepaid-Guthaben: Man kauft ein Kontingent an AI Units, das beim Einsatz KI-gestützter Services verbraucht wird.

Wie viele AI Units ein konkreter Vorgang kostet, hängt vom jeweiligen Service ab:

  • Einfache Klassifizierungsaufgaben (z. B. Dokumentenklassifizierung): verhältnismäßig geringer AIU-Verbrauch
  • Generative-AI-Anfragen via Joule oder LLM-Orchestrierung: deutlich höherer Verbrauch, da rechenintensive Modelle angesteuert werden
  • Batch-Verarbeitungen (z. B. nächtlicher Abgleich großer Rechnungsmengen): AIU-Verbrauch hängt von Volumen und Komplexität ab

Wichtig für die Budgetplanung

SAP veröffentlicht im sogenannten AI Services Catalog eine Übersicht der einzelnen AI Services mit ihren jeweiligen Verbrauchsraten. Diese Liste wird regelmäßig aktualisiert. Für eine belastbare Kostenschätzung empfiehlt sich daher immer eine Abstimmung mit SAP oder einem zertifizierten SAP-Partner wie UNIORG, der die geplanten Use Cases gegen den aktuellen Katalog abgleichen kann.
 

Beschaffung von AI Units: CPEA vs. Pay-As-You-Go

AI Units werden über die SAP BTP erworben – entweder im Rahmen eines bestehenden BTP-Vertrags oder separat. Dabei stehen zwei Hauptmodelle zur Verfügung:

Modell

Charakteristik

CPEA (Cloud Platform Enterprise Agreement)

Vorab-Kauf eines BTP-Credit-Pools (in Euro oder Dollar). AI Units werden aus diesem Pool entnommen. Günstiger pro Unit, aber Verpflichtung auf ein Mindestvolumen. Geeignet für Unternehmen mit planbarem, größerem KI-Einsatz.

Pay-As-You-Go (PAYG)

Nutzung ohne Vorabverpflichtung, Abrechnung nach tatsächlichem Verbrauch. Höhere Stückkosten pro AI Unit, aber maximale Flexibilität. Sinnvoll für Pilotprojekte oder unregelmäßige KI-Nutzung.

BTP Free Tier

Begrenzte Kontingente einzelner BTP-Services kostenlos – primär für Entwickler und Testzwecke geeignet, nicht für Produktivbetrieb.

 

Was kostet der Einstieg konkret?

SAP kommuniziert keine öffentlichen Listenpreise für AI Units – die tatsächlichen Kosten variieren je nach Vertragsmodell, Volumen, Laufzeit und Verhandlungsposition. Folgende Orientierungspunkte helfen jedoch bei der Einordnung:

  • Für Unternehmen, die SAP S/4HANA Cloud Public Edition bereits nutzen, sind zahlreiche Basis-KI-Features ohne Mehrkosten verfügbar. Ein separater AI-Unit-Kauf ist erst bei Erweiterung auf generative KI oder Joule-Premierfunktionen notwendig.
  • Erste Pilotprojekte lassen sich über den BTP Free Tier oder PAYG-Modell mit überschaubarem Initialaufwand starten.
  • Für den produktiven, unternehmensweiten Einsatz mit Joule und LLM-Anbindungen ist ein CPEA-Vertrag in der Regel wirtschaftlicher.
  • Enterprise-Vereinbarungen (z. B. im Rahmen eines bestehenden S/4HANA-Cloud-Vertrags) sehen häufig AI-Unit-Kontingente bereits vor – lohnt sich, dies im Bestandsvertrag zu prüfen.

Empfehlung

Eine transparente Kostenkalkulation setzt voraus, dass die geplanten AI-Use-Cases klar definiert sind. UNIORG unterstützt bei der Bedarfsanalyse: Welche KI-Funktionen sind bereits inklusive? Wo entstehen Mehrkosten? Wie groß ist das benötigte AIU-Kontingent auf Jahresbasis? Diese Fragen lassen sich am besten in einem strukturierten Discovery-Workshop klären.

Joule: Gesonderte Lizenzierung beachten

Joule ist in bestimmten SAP-Cloud-Lösungen bereits enthalten (z. B. in SAP S/4HANA Cloud Public Edition ab einer bestimmten Edition), in anderen Produkten hingegen ein kostenpflichtiges Add-on. Entscheidend ist dabei nicht nur der Zugang zu Joule, sondern auch der Umfang der Joule-Skills – also welche Prozessschritte der Assistent tatsächlich ausführen darf. Unternehmen sollten bei der Lizenzprüfung unterscheiden zwischen:

  • Joule als reiner Informationsassistent (Abrufen von Daten, Zusammenfassungen)
  • Joule als transaktionalem Assistenten (Aktionen auslösen, Prozesse starten) – dies erfordert in der Regel weitergehende Berechtigungen und ggf. zusätzliche Lizenzstufen

Datenschutz und Ethik (Responsible AI)

Ein zentraler Bestandteil von SAP Business AI ist der verantwortungsvolle Umgang mit Daten. SAP stellt sicher, dass Unternehmensdaten nicht für das Training öffentlicher oder fremder KI-Modelle genutzt werden. Die Verarbeitung erfolgt ausschließlich innerhalb der jeweiligen Kundeninstanz.

Darüber hinaus orientiert sich SAP an regulatorischen Vorgaben wie dem EU AI Act. Transparenz, Nachvollziehbarkeit und Datenschutz sind feste Bestandteile der KI-Architektur und -Governance.

EU AI Act und SAP

Mit der schrittweisen Anwendbarkeit des EU AI Acts ab 2024/2025 rückt die Klassifizierung von KI-Systemen nach Risikostufen in den Fokus. SAP hat angekündigt, alle Business-AI-Szenarien entsprechend zu klassifizieren und transparent zu dokumentieren. Für Anwenderunternehmen bedeutet das: SAP liefert die Compliance-Dokumentation auf Systemebene – die unternehmensseitige Governance (wer nutzt KI zu welchem Zweck, mit welchen Daten) bleibt jedoch Aufgabe jedes Unternehmens selbst.

Datenisolierung und Mandantentrennung

Ein häufiger Einwand gegen KI in der Cloud betrifft die Frage, ob eigene Daten für das Training von KI-Modellen anderer Kunden verwendet werden. SAP hat dies klar ausgeschlossen: Jede Kundeninstanz ist isoliert; Daten bleiben im jeweiligen Tenant und werden nicht für übergreifendes Modelltraining herangezogen. Beim Einsatz externer LLMs über den Generative AI Hub gilt dasselbe Prinzip – die Anfragen gehen über SAP als Intermediär, nicht direkt an den LLM-Anbieter, und es erfolgt kein Logging für Trainingszwecke.

Fazit & Ausblick

SAP Business AI ist der nächste logische Entwicklungsschritt für SAP-Anwender, die ihre Prozesse digitalisieren und datengetriebene Entscheidungen etablieren möchten. Durch die enge Integration von KI in Geschäftsprozesse entsteht ein messbarer Mehrwert, der über klassische Automatisierung hinausgeht.

Statt den Menschen zu ersetzen, unterstützt SAP Business AI Mitarbeitende mit intelligenten Analysen, Prognosen und Assistenzfunktionen. Damit wird künstliche Intelligenz zu einem festen Bestandteil moderner Unternehmenssoftware.

Entscheidend für den Projekterfolg ist dabei die richtige Einordnung: Welche KI-Features sind in bestehenden Lizenzen bereits enthalten? Wo entstehen echte Mehrkosten? Und welche Use Cases liefern den schnellsten Return on Investment? Diese Fragen lassen sich nur individuell beantworten – auf Basis einer strukturierten Analyse der eigenen SAP-Landschaft, der Prozessreife und des strategischen Digitalisierungsziels. UNIORG begleitet diesen Prozess von der initialen Standortbestimmung bis zur produktiven Implementierung.

FAQ – Häufig gestellte Fragen

Ist SAP Business AI kostenlos?

Nein. Die Nutzung erfolgt in der Regel über ein verbrauchsabhängiges Modell (AI Units) auf der SAP Business Technology Platform. Abgerechnet wird nur die tatsächlich genutzte KI-Leistung. Viele Basis-KI-Funktionen sind jedoch bereits in bestehenden SAP-Cloud-Lizenzen enthalten, ohne dass zusätzliche AI Units benötigt werden.

AI Units (AIU) sind die Verbrauchseinheit für KI-Services auf der SAP BTP. Der Bedarf hängt von den geplanten Use Cases und ihrem Volumen ab. Einfache Klassifizierungen verbrauchen wenige Units; generative KI-Anfragen via Joule deutlich mehr. Eine Abschätzung des Jahresbedarfs lässt sich mit einem SAP-Partner auf Basis des AI Services Catalogs erstellen.

Joule ist in bestimmten SAP-Cloud-Editionen bereits inkludiert. In anderen Produkten ist es ein kostenpflichtiges Add-on. Zusätzlich entstehen je nach Nutzungsintensität AI-Unit-Kosten für generative Abfragen. Eine belastbare Kalkulation erfordert die Prüfung des bestehenden Lizenzvertrags sowie der geplanten Joule-Einsatzszenarien.

Die tiefste Integration findet in SAP S/4HANA Cloud statt. Auch andere SAP-Cloud-Lösungen können jedoch KI-Funktionen über die SAP BTP nutzen.

SAP Business AI fokussiert sich auf den konkreten Geschäftskontext (Business Context), ist nahtlos in SAP-Prozesse integriert und verarbeitet Unternehmensdaten innerhalb einer geschützten Umgebung, statt allgemeine, kontextlose Antworten zu liefern.

Nein. SAP stellt vertraglich sicher, dass Kundendaten nicht für das Training von Modellen anderer Kunden oder öffentlicher Modelle verwendet werden. Die Verarbeitung erfolgt mandantengetrennt innerhalb der jeweiligen SAP-Instanz.

Dazu gehören u. a. automatische Buchungsvorschläge (Cash Application), intelligente Rechnungserkennung, Bedarfsprognosen im Einkauf sowie grundlegende Joule-Funktionen. Der Funktionsumfang variiert je nach Edition (Essentials vs. Advanced) und wird mit jedem Quartals-Release erweitert.

Der Generative AI Hub ist eine zentrale Komponente der SAP AI Foundation auf der BTP. Er ermöglicht den Zugriff auf und die Orchestrierung von Large Language Models verschiedener Anbieter (OpenAI, Anthropic, Google, Mistral u. a.) – innerhalb der geschützten SAP-Infrastruktur.

CPEA (Cloud Platform Enterprise Agreement) ist ein Vorab-Kreditmodell für BTP-Services inklusive AI Units – günstiger pro Unit, aber mit Mindestabnahme. Pay-As-You-Go bietet maximale Flexibilität ohne Vorabverpflichtung, ist aber teurer pro Unit. Für produktiven Dauerbetrieb ist CPEA in der Regel wirtschaftlicher.

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