SAP & Domino im Web - zwei Ansätze

Dass Websites ohne Mehrwert nur noch eine begrenzte Lebenserwartung haben, hat sich mittlerweile herumgesprochen. Aber weder reinrassige Web Content Management Systeme (WCMS) noch die Web-Ambitionen der ERP-Systeme können allein genug dazu beitragen - Integration ist gefragt.

Das ganze Thema "Web" vollzieht langsam, aber sicher den Wandel vom autarken Medium zum integrierten Kommunikationsweg. Abgesehen von Unternehmen, deren Wertschöpfung im Internet generiert wird, betrachten viele die eigene Website auch heute noch als notwendiges Übel, für das das Marketing und EDV-Abteilung zähneknirschend zusammenarbeiten müssen.
Im Intranet sieht die Welt wenig anders aus: so vorhanden, ist das Intranet vielfach lange Zeit eine Spielwiese für alle Mitarbeiter mit solidem HTML-Halbwissen gewesen, ein Zugriff auf betriebskritische Informationen des Backends gehört noch nicht dazu.
Mit der Einführung eines WCMS wird die Pflege der Informationen leichter, effizienter und zeitnäher. Dennoch stellt auch ein WCMS im ersten Schritt nur Informationen dar, die innerhalb der systemeigenen Datenbestände erfasst und gepflegt werden. Möchte man jedoch harte Fakten aus dem Warenwirtschaftssystem in die Website - ob Internet, Extranet oder Intranet - aufnehmen und die doppelte Pflege vermeiden, muss das Backend-System integriert werden.

Rahmenbedingungen beachten

Dabei sind einige Rahmenbedingungen zu beachten. An oberster Stelle steht das Thema Sicherheit. Das ERP-System als das EDV-technische Rückgrat ist besonders empfindlich in Hinsicht auf Datensicherheit und Verfügbarkeit. Eine direkte Online-Anbindung schließt sich daher oft aus. Dennoch setzt eine Integration voraus, dass es eine datentechnische Verbindung zwischen dem Internet und dem ERP-System gibt.
Ein weiterer Punkt ist das Thema Performance. Er betrifft beide Seiten: zum einen darf das ERP-System nicht durch Anfragen aus dem Web übermäßig belastet werden, denn schließlich hat es intern eine betriebskritische Funktion zu erfüllen, die in der Regel höher zu bewerten ist. Andererseits erfordert auch die Website eine gewisse Performance, um Akzeptanz zu erreichen. Hier gilt als Grundsatz, dass eine Webseite um so schneller sein muss, je unspezifischer die enthaltene Information ist: ein Anwender wartet beispielsweise auf eine allgemeine Preisliste nur wenige Sekunden, ein Statusbericht seiner ganz persönlichen Aufträge hingegen beinhaltet für ihn soviel Mehrwert, dass er mehr Geduld aufbringen wird. Die Integration muss somit eine optimale Balance zwischen Backend-Lastverhalten und Web-Performance berücksichtigen.
Auch die Zeitnähe spielt eine große Rolle. Gerade im Zusammenspiel mit den Faktoren Performance und Sicherheit konkurrieren die Ansätze "online/live" und "Cache" gegeneinander: Müssen die Daten minutengenau aktuell sein, oder genügt eine "relativ frische" Information? Diese Frage ist von entscheidender Bedeutung.
Ein weiterer, nicht zu vernachlässigender Faktor ist das erforderliche Know-How. Je mehr unterschiedliche Welten sich an einen Tisch setzen müssen, umso größer wird der Abstimmungsaufwand und der Pflegebedarf bei Änderungen. Allein bei einer einfachen Domino-SAP-Integration muss die Schnittstelle gegebenenfalls bei jedem Release-Wechsel einer der Welten zumindest getestet, wenn nicht gar angepasst werden.
Konzept je nach Anwendung
Man würde der Komplexität des Themas nicht gerecht, würde man eine einfache Empfehlung aussprechen. Mit Lotus DECS, LEI und LSX stehen allein drei standardisierte Ansätze zur Verfügung, um SAP und Domino Daten austauschen zu lassen - weitere proprietäre Lösungen nicht mitgezählt. Die Konzeption der Integration sollte vielmehr von den konkreten Anforderungen abhängen. Das kann dazu führen, dass für unterschiedliche Funktionsbausteine innerhalb derselben Installation andere Ansätze geeignet sind - ob hier dann mehrere parallele Lösungen verwendet werden oder ein gemeinsamer Nenner ermittelt wird, entscheidet die Heterogenität der Anforderungen.

Prinzipiell stehen zwei Szenarien zur Wahl:

Caching

Beim Ansatz des Cachings werden die Daten nicht zur Laufzeit aus dem SAP-System übernommen, sondern periodisch - beispielsweise einmal täglich - exportiert. Das birgt eine Reihe von Nachteilen: zum einen geht die Zeitnähe verloren, der Anwender sieht die Daten der letzten Nacht, nicht die aktuellen. Das ist beispielsweise bei Artikeldaten vergleichsweise unkritisch, bei einer Applikation zur Vorgangsverfolgung hingegen wenig sinnvoll. Des weiteren ist die Datenmenge ein kritischer Faktor: Die Relation des Caches im Vergleich zu den nachgefragten Daten muss einen vernünftigen Rahmen einhalten. Bietet ein Unternehmen beispielsweise 25.000 Artikel an, von denen durchschnittlich 1.000 pro Tag per Web betrachtet werden, steht der Aufwand in keiner Relation zum Nutzen. Der Aspekt "Personalisierung" stellt diesen Ansatz zusätzlich in Frage: Stellen Sie sich vor, dieses Unternehmen bietet seinen 2.000 Kunden individuelle Preisvereinbarungen. Entweder bildet man dann die Intelligenz zur Berechnung des individuellen Preises außerhalb des SAP-Systems redundant ab (und cacht zusätzlich 2.000 Konditionstabellen), oder man hält 25.000 x 2.000 = 50 Mio. Datensätze im Cache vor - keine besonders gute Idee, denke ich.
Ein weiterer Nachteil des Cachings ist die Anzahl der Beteiligten: einen SAP-Entwickler für die Backend-Intelligenz in ABAP, einen Domino-Entwickler für die Schnittstelle und einen Webdesigner für die Optik brauchen Sie mindestens - jedes Mal, wenn irgendwo in der Kette eine Veränderung auftritt.
Auf der Habenseite hingegen stehen ganz klar Sicherheit und Performance: Das ganze lässt sich so konzipieren, dass niemand aktiv auf das SAP-System zugreift, sondern dieses periodisch oder event-gesteuert das Aktualisieren des Caches initiiert. Die Kommunikation mit dem Domino Server erfordert weder zwingend das TCP/IP-Protokoll noch eine permanente Verbindung, so dass Sie den Weg aus dem Web zum SAP-System sehr steinig gestalten können.
In Hinsicht auf Performance ist klar, dass ein Domino-Server, der allein auf seine eigenen Daten zugreifen muss, ungleich schneller ist. Mit intelligenten Cachingmechanismen des WCMS, beispielsweise dem Exporter der SYNTAGS ContentBase, lässt sich die Performance zudem noch maßgeblich optimieren. Des weiteren hat die Zahl der Webzugriffe hier keinerlei Einfluss auf das Lastverhalten des SAP-Systems.
Technisch lassen sich solche Caching-Mechanismen mit allen verfügbaren Standardansätzen realisieren. Einige WCMS für Lotus Domino enthalten bereits standardisierte und vorkonfigurierte Werkzeuge für diese Anforderungen, beispielsweise den Synchronizer der SYNTAGS ContentBase.
Eine solche Integration bietet sich somit an, wenn Sicherheit und Performance von höchster Bedeutung sind, der Umfang der Datenmenge überschaubar ist und mangelnde Zeitnähe sowie eingeschränkte Personalisierung inhaltlich tragbar sind. Um die Beteiligung der drei Welten SAP, Domino und Web kommen Sie jedoch nicht herum.

Live-Zugriff

Konkurrierend zum Caching steht der Ansatz des Live-Zugriffs. Hier gelten umgekehrte Vorzeichen:
In Hinsicht auf Sicherheit ist eine ständige Verbindung zwischen Web und SAP-System zwingend nötig - wenn auch nicht durchgehend TCP/IP verwendet werden muss. Das erhöht die Anforderungen an die beteiligten Firewall-Systeme.
Die Performance leidet natürlich unter der Menge der involvierten Systeme, zudem proprietäre Caching-Mechanismen des Datenbank- oder Webservers nicht genutzt werden können - schließlich sollen die Daten wirklich live und nur nicht ein bisschen "liver" als Cache sein. Zudem erhöht jeder zusätzliche Zugriff aus dem Web die Last des SAP-Systems, so dass Sie entweder Ihr Rückgrat ein Stück weit ausliefern oder ein zweites SAP-System benötigen - das weder in Bezug auf Hardware noch Lizenzen im Sonderangebot zu haben ist.
Positive Aspekte dieses Ansatzes sind zum einen die fehlende Redundanz: unabhängig vom Umfang der Datenmenge und dem Grad der Personalisierung werden immer nur genau die Daten generiert, die auch nachgefragt werden - es gibt keine wie auch immer gearteten redundanten Datenbestände mit all ihren Nachteilen. Der dominierende Vorteil ist allerdings ganz klar die Zeitnähe: ob Vorgangsverfolgung, Auftragsbestätigung, Lagerbestandsabfrage oder Adressänderung (Stichwort Customer Self Service), die Informationen werden zum Zeitpunkt der Anfrage generiert und spiegeln den Ist-Zustand wider.
Technisch konkurrieren unterschiedliche Realisierungswege miteinander. Auf der einen Seite stehen klassische Umsetzungen auf Basis von Lotus Domino. Hier werden wieder alle drei Welten - SAP, Domino, Web - benötigt. Sie ähneln dem Caching-Ansatz, fragen die benötigten Daten jedoch einzeln und zur Laufzeit ab.
Die Alternative ist XML, die standardisierte Sprache zur Maschine-Maschine-Kommunikation. Hier reduzieren Sie den Know-How-Bedarf auf SAP und XML/HTML. Damit machen Sie sich von einer beinflussenden Komponente, dem Domino-Server, weitgehend unabhängig: eine saubere Implementierung auf Basis von XML überlebt Releasewechsel des Domino-Servers ohne Anpassungsbedarf. Rund um die via XML ausgetauschten Daten benötigen Sie jedoch weitere Informationen und die Layoutregeln, die nach wie vor von einem Webdesigner definiert werden müssen. Damit eignet sich dieser Ansatz ausschließlich, wenn ein XML-fähiges WCMS zum Einsatz kommt. Eine solche Basis stellt beispielsweise die SYNTAGS ContentBase in Verbindung mit der SAP-XML-Schnittstelle ETS des SYNTAGS-Partners UNIORG dar.
Mit einer Live-Integration handeln Sie sich also Risiken in Hinsicht auf Sicherheit und Performance ein, bei der Realisierung stehen Ihnen zahlreiche Möglichkeiten inklusive des relativ Domino-fernen Ansatzes XML zur Verfügung. Für Daten, die sich inhaltlich schlicht nicht für den Caching-Ansatz eignen, müssen Sie in den sauren Apfel beissen und Kompromisse in Hinsicht auf Mehrwert und Realisierungsaufwand eingehen.
Mehrwert durch Integration
Wie eingangs angesprochen, stehen diese Ansätze nicht als unvereinbare Widersprüche gegenüber; jede Website, jedes Intranet gewinnt an Mehrwert durch die Integration sowohl performanter Informationen allgemeinerer Natur aus dem Cache als auch hochspezifischer Live-Daten, auf die der Anwender dann ein bisschen länger wartet. Und die redundante Datenpflege im ERP-System und im Web Content Management System bleiben ebenso ein Effizienz-Killer wie der totale Verzicht auf Mehrwert im Web.

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