Europaweite Plattformstrategie (SAP INFO)

Automobilzulieferer agieren auf einem ebenso hart umkämpften wie veränderlichen Markt. Mit standardisierten Geschäftsprozessen und einem SAP-Lösungsportfolio stellt sich die europäische Tochter von Yazaki dem Wettbewerb.

Er läuft … und läuft … und läuft … Der VW Käfer war ein Dauerbrenner - nicht nur als Einzelexemplar, sondern auch als Baureihe, die jahrzehntelang nahezu unverändert gefertigt wurde. Heute dagegen lautet die Devise: Nichts ist unmöglich …

Die Automobilbauer müssen sich im anziehenden Wettbewerb positionieren. Weil sie zu diesem Zweck gern Neues ausprobieren, ändert sich die Produktionskette ständig. Zugleich werden immer mehr Aufgaben an die Zulieferer delegiert. Dabei wechseln die Anforderungen nicht nur von Hersteller zu Hersteller, sondern auch innerhalb der Marke: Eine Baureihe lässt der Anbieter komplett extern konstruieren, eine andere nur zum Teil. Und weil die Fabrikanten bei alledem keine einheitliche Strategie verfolgen, müssen ihre Lieferanten umso flexibler aufgestellt sein. Ebenso wendig und schnell muss die IT der Zulieferer auf die häufigen Änderungen reagieren und Lösungen anbieten.

Obwohl ihre IT-Infrastrukturen meist über Schnittstellen mit denen der Autobauer verbunden sind, können die Zulieferer und deren IT-Abteilungen in dem äußerst dynamischen Produktions- und Logistikumfeld kaum auf längere Sicht planen. Erschwerend kommt hinzu, dass nicht erst seit José Ignacio Lopez ein immenser Kostendruck herrscht, der sich auch auf die IT auswirkt. "Immer öfter verlagern die Hersteller ganze Baureihen oder Werke in Niedriglohnländer", bestätigt Salim Siddiqi, CIO Europe. "Mal holen sie unsere Produkte selbst ab, mal sollen wir auf Zuruf liefern. Die Zulieferer bekommen laufend neue oder erweiterte Aufgaben. Und jede Änderung betrifft auch die Informatik."

Vorstand setzt auf aktive IT

Plattformstrategie - im Fahrzeugbau heißt das, die Modellvielfalt auf der Konstruktionsebene zu konsolidieren. Auch die Zulieferer der Branche profitieren, wenn sie ihre Geschäftsprozesse und ihre IT auf einen einheitlichen technischen Unterbau stellen. Eine solche System- und Prozessplattform hat Yazaki Europe im Projekt YESS (Yazaki Enterprise Standard Solution) entwickelt. Mit dieser Initiative trug der Vorstand der wachsenden Bedeutung der IT im Zuliefergeschäft Rechnung. Ziel war eine europaweit einheitliche Systemlandschaft mit konsolidierten Stammdaten, einer zentralen SAP-Lösung für alle betriebswirtschaftlichen Aufgaben sowie einer Reihe von Hilfsmodulen etwa für den Datenaustausch (EDI), die Konstruktion (CAD) oder die Ablaufsteuerung.

Damit kann Yazaki beispielsweise die Fertigung der Zulieferteile für eine Fahrzeugbaureihe in ein anderes Werk ausweiten oder verlegen. Die nunmehr akkurate Verwaltung der Produktionskette hilft dem Lieferanten, seine Lagerbestände zu minimieren und dadurch Kosten zu sparen. Zudem wissen das Unternehmen und seine Kunden künftig genau, wann und wo welches Material verbaut wurde: Da das System den Materialfluss automatisch protokolliert, brauchen etwaige Rückrufaktionen nicht mehr so breit angelegt zu werden wie bisher.

Prozess- und IT-Standards

Yazaki plant und steuert heute die gesamte Produktion mit SAP; auch die Subunternehmer des Zulieferers sind angeschlossen. Beides war vor YESS nicht in diesem Maße der Fall: Zwar gab es eine Reihe von Lösungen auf Basis von Standardsoftware. Doch weil sich die Geschäftsprozesse der Landesgesellschaften und Werke voneinander unterschieden, arbeitete man mit einer Vielzahl an Versionen und Varianten dieser Programme. Nur der Kontenplan und das einschlägige Reporting waren verbindlich harmonisiert.

Vor der SAP-Einführung hat Yazaki daher zahlreiche Geschäftsprozesse optimiert beziehungsweise neu aufgesetzt. "Nicht dass Sie glauben, wir hätten lediglich ein neues System über alte Prozesse gestülpt", betont Siddiqi. "Früher waren in der Produktion weder Ware in Arbeit noch Kanban vorgesehen. Die Logistik wurde nur zum Teil informationstechnisch unterstützt. Im Endausbau der SAP-Lösung werden die Yazaki-Manager alle Werke anhand optimierter Geschäftsprozesse einheitlich steuern."

Vom Rahmen zum Rollout

Im Herbst 2004 schrieb Yazaki die Projektziele fest; danach entwarf das Projektteam ein Modell der Kernprozesse. Parallel dazu wurde die IT-Lösung ausgewählt. In Frage kamen Applikationen von J. D. Edwards, die Yazaki bereits seit längerem einsetzte, sowie eine SAP-Lösung. Software aus Walldorf war bis dahin nur im Finanzwesen des Unternehmens bekannt. "Wir stellten fest, dass uns SAP bereits im Standard wesentlich besser unterstützt. Funktionalität, Stabilität und Skalierbarkeit sprachen eindeutig für dieses Produkt", begründet Siddiqi die Entscheidung. Auch in punkto Flexibilität und Investitionssicherheit hatte die SAP die Nase vorn. Nicht zuletzt erhält Yazaki dank der hohen Marktpräsenz der Walldorfer einen besseren externen Support und konnte intern schnell SAP-Know-how aufbauen.

Im Frühjahr 2005 fiel die Wahl schließlich auf SAP ERP in der Ausprägung für die Fließfertigung (Discrete Industries & Mill Products) und das SAP Business Warehouse (Anm.d. Red.: die Lösung heißt nun SAP NetWeaver Business Intelligence), ergänzt um einige Automotive-Lösungen von SAP Consulting. Bereits bei der Machbarkeitsstudie hatte man das Beratungs- und Systemhaus Uniorg an Bord geholt. Der SAP-Partner half auch bei der Entwicklung der Modellprozesse und im Pilotprojekt. Für die europaweite Verteilung des neuen Systems trägt er die Gesamtverantwortung. Die Implementierung begann Anfang 2006 mit einer Pilotinstallation in der Türkei, derzeit laufen jeweils drei oder vier Rollouts parallel. Ende 2008 sollen an den 25 europäischen Yazaki-Standorten 1.500 bis 2.000 Anwender mit dem SAP-System arbeiten.

Positive Zwischenbilanz

Nach ersten Erfahrungen mit der neuen Lösung zeigt sich Siddiqi sehr zufrieden: "Wir arbeiten effizienter, können die Lagerbestände besser kontrollieren und dadurch kleiner halten. Unsere Werke produzieren schneller, weil sie die Lieferanten stärker eingebunden haben. Das neue System hilft uns, die Lieferkette zu straffen, Doppelaufwand zu vermeiden und die Kosten zu senken." Bei Umstellungen der Produktion konnte ein Werk dem anderen helfen, obwohl dies ursprünglich nicht vorgesehen war. Siddiqi: "Bereits während des Rollouts haben wir neue Anforderungen umgesetzt und damit die Flexibilität der Lösung belegt. Das System hat also die Feuerprobe schon bestanden."

Die neuen Prozesse wurden ohne Abstriche eingeführt und mit SAP so unterstützt, dass sie bei den Nutzern Anklang fanden. Gut 75 Prozent der Abläufe hat Yazaki europaweit standardisiert. Beim Rest bietet die Zentrale den Töchtern entweder einen Lösungskorb an oder lässt ihnen freie Hand. "Dieses Vorgehen hat maßgeblich zum Erfolg der Initiative beigetragen", unterstreicht Siddiqi. "Viele Projekte scheitern, weil die Zentrale meint, alles besser zu wissen. Das wird dann sehr teuer. Wenn man den Tochtergesellschaften trotz Bedarfs keine lokale Lösung zugesteht, kann das Unternehmen nicht gewinnen. Deshalb ist ein vernünftiges Abwägen zwischen Pflicht und Kür unerlässlich."

Dem Wettbewerb voraus

Auch im Wettbewerb sieht Siddiqi sein Unternehmen nun bestens positioniert. "Wir haben flächendeckend drei Viertel der Prozesse vereinheitlicht. Ich bezweifle, dass unsere Konkurrenten ähnlich weit sind und mit ihren IT-Lösungen die Produktion einschließlich der Kontrolle des Materialflusses so umfassend unterstützen." Mit der flexiblen, standardisierten SAP-Lösungslandschaft sieht sich der Zulieferer gut für die Zukunft gerüstet. Weitere SAP-Produkte könnten folgen - für Budgetierung, Finanzkonsolidierung oder die Pflege der eigenen Lieferanten und Subunternehmer. Siddiqis Ausblick streift auch die Geschäftsstrategie seines IT-Partners: "Ich wünsche mir, dass die SAP in absehbarer Zeit auch das Hosting und die Wartung der Lösungen anbietet und die Leistungen pro User abrechnet. Dadurch würden die Projekte für den Kunden besser kalkulierbar."


Jörg Hattwig, Fachjournalist in Wuppertal
CapGemini-Studie: Lieferkette bei Automotive verbessern
www.sap.info/de/go/34127/

YAZAKI EUROPE

Yazaki ist ein weltweit tätiger Zulieferer der Automobilindustrie. Die erste europäische Niederlassung wurde 1980 gegründet. Europazentralen unterhält der Konzern heute in Hemel Hempstead bei London sowie in Köln. Yazaki produziert Bordnetze, Kabelbäume, Anschlusssysteme und Bordinstrumente. Forschung, Entwicklung und Servicezentren befinden sich in Nähe der Kunden. Mit hundert Partnerunternehmen in 38 Ländern und mehr als 180.000 Mitarbeitern ist der Konzern rund um den Globus vertreten. Yazaki Europe arbeitet mit rund 21.000 Beschäftigten in 19 Ländern und unterhält dort 20 Vertriebsbüros, 15 Werke und vier Entwicklungszentren.

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