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Von Frank Fligge
Es geht nicht immer um das Was. Manchmal ist es das Wie. Und das "seit wann". Die Dortmunder Uniorg Gruppe macht letztlich nicht viel anderes als alle Unternehmensberatungen und Systemhäuser. Aber sie macht es anders. Und sie macht es jetzt schon seit fast 30 Jahren. Auf der Stadtkrone-Ost hat sich Uniorg jetzt eine neue Firmenzentrale gegönnt. Modern, aber unaufdringlich.
Als der Dortmunder Jürgen Lehmann das Unternehmen anno 1978 nach vier Jahren Vorlauf gründete, war Uniorg der zweite SAP-Dienstleister Deutschlands - und damit der Welt. Heute gibt es Firmen, die ihren Kunden Softwarelösungen maßschneidern wie Sand am Meer. Allein im neuen Dortmund sind es Dutzende. Start-Ups, die den Strukturwandel vorantreiben, dabei aber anonym und wenig konturscharf bleiben. Grund dafür, dass sich der Wandel so recht nicht packen lässt.
Uniorg tickt anders. Die Gruppe ist organisch gewachsen. "Evolutionär", wie Thomas Weber sagt. Weber ist einer der Geschäftsführer. Er ist, wie seine Kollegen aus der Chefetage, im Unternehmen groß geworden und arbeitet bis heute in Projekten mit. Überhaupt ist personelle Kontinuität einer der Schlüssel zum Erfolg. "Wer ein Jahr bei uns ist, der bleibt auch zehn Jahre", sagt Weber. "Es gibt fast keine Fluktuation." Rund ein Drittel der Mitarbeiter sind als Junior-Partner am Unternehmen beteiligt. Stille Teilhaberschaft, die Identifikation schafft. Und Motivation. Die Hierarchien sind flach. Eigentlich gibt es keine - unterhalb der Geschäftsführung.
Und der Laden läuft. Als sich Gründer Jürgen Lehmann 2002 in den Ruhestand zurückzog, änderten sich neben Personen auch ein paar Strukturen. Ein Investor stieg als Hauptgesellschafter ein. Die Projekte wurden größer. Die Wachstumskurve bei Umsatz (zuletzt rd. 15 Mio. €) und Mitarbeitern, bis dahin stetig, wurde etwas steiler. 30% Zuwachs werden es 2007 wohl sein, sagt Weber. Uniorg, inzwischen eine Firmengruppe mit deutlich erweiterter Produktpalette, schreibt schwarze Zahlen. Wie in jedem der 29 Jahre seit Gründung. "Wir haben noch nie einen Pfennig oder Cent Fremdkapital benötigt."
Und: So ein bodenständiger Mittelständler verliert auch dann den kühlen Kopf nicht, wenn die ganze Branche durchzudrehen droht. Dem Hype in den 90er Jahren widerstand Uniorg - und geriet folgerichtig nicht ins Stolpern, als der Neue Markt einbrach. Im Gegenteil: 45 Mitarbeiter zählte die Gruppe 2002 - heute sind es 87. "Mit freien Mitarbeitern, die wir projektgebunden einsetzen, arbeiten 130 Leute für uns", so Weber. Seit 2006 erstmals auch drei Auszubildende.
Und der Standort Dortmund, das neue Hauptquartier auf der Stadtkrone-Ost? "Ehrlich gesagt, wir könnten unser Geschäft von überall betreiben und hätten anderswo deutlich billiger bauen können", sagt Weber. "Aber das hier ist unsere Heimat. Dortmund ist gesetzt."
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