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Im Rahmen einer Umstrukturierung 1999 fiel dann die Entscheidung zu Gunsten eines zentralen Störungsmanagements, das in drei Stufen abgewickelt werden sollte. Die wichtigsten Ziele hießen "weg vom Papier" und eine zeitnahe und vor allem automatische Datenübertragung vom internen Eingabesystem zum Instandhaltungsmodul von SAP.
So kam es weiterhin vor, dass beispielsweise Störungen, die am Morgen auftraten erst mehrere Stunden später im SAP verarbeitet wurden und den Mitarbeitern, die eigentlich die Störung beseitigt hatten und Zugriff auf die Meldung benötigten, gar nicht zur Verfügung standen. Die Folge war, dass in dieser Anfangsphase häufig Schadensbilder, -ursachen und -beschreibungen unvollständig eingegeben waren und nicht qualitativ bearbeitet werden konnten.
Die zweite Phase begann mit der Erstellung einer neuen Bildschirmmaske des rechnergesteuerten Betriebsleitsystem (RBL) der Firma T-Systems, in welche die für die Weiterbearbeitung im SAP wichtigen Bestandteile gleich eingegeben werden konnten. Der Vorteil der Maske bestand darin, dass aufgrund von festgelegten Optionen auf individuelle und aufwendige Texteingabe beispielsweise zu Art der Störung oder Fehlerdiagnosen verzichtet werden konnte. Durch einen einmaligen automatischen Datentransfer pro Tag gelangten diese Daten im Batchmodus ins SAP-System und wurden im Instandhaltungsmodul verbucht. Zwar erlaubte dieser Schritt den papierlosen Datentransport. Was blieb, war die fehlende Echtzeitübermittlung, die natürlich immer wieder dazu führte, dass letztlich Dokumentation und statistische Auswertung nach wie vor unvollständig blieben.
Bild 1: Systemarchitektur bei der EVAG
Von den verschiedenen Möglichkeiten der Umsetzung entschloss sich die EVAG für den synchronen Datenaustausch via HTTP/XML. Voraussetzung in puncto technischer Ausstattung war die Anschaffung eines für das ETS geeigneten Servers mit Windows NT 4.0 SP5 oder höher. Die interne Wahl fiel auf einen PRIMERGY F 200 von Fujitsu/Siemens mit 256 MB Arbeitsspeicher, einer 36 Gigabyte Festplatte und einem Intel-Mikroprozessor von einem GigaHertz. Die HTTP Kommunikation zum RBL System erfolgt über einen in den ETS Server integrierten Webserver, der Zugang von und zum SAP System erfolgt über die entsprechenden RFC Ports.
Zusätzlich musste vor der ETS-Installation ein Mitarbeiter der Firma T-Systems am Oracle-basierten RBL-System einige für die synchrone Datenabbildung notwendigen Anpassungen vornehmen. Das Schnittstellen-Projekt lief über drei Monate, wobei UNIORG für die eigentliche Umsetzung nur wenige Tage benötigte. In der anschließenden einmonatigen Testphase wurden nur noch wenige kleinere Korrekturen durchgeführt. Im April ging es dann offiziell produktiv.
Kommt es jetzt zu technischen Defekten, werden sie der Serviceleitstelle gemeldet, wo die dafür autorisierten Mitarbeiter diese dann mit den relevanten Angaben in der RBL-Webintranetlösung erfassen. Zeitgleich dazu wird automatisch eine XML-Nachricht an den ETS-Server übermittelt, der die Störungsmeldung im SAP-Instandhaltungs-Modul generiert. Der Status der SAP-Buchung wird durch die in beide Richtungen mögliche Datenübertragung sofort wieder an das RBL-System zurückgemeldet. Zum einen weiß dadurch der Absender, ob seine Eingabe fehlerfrei übermittelt wurde, zum anderen bekommt auch der für die Abschlussdokumentation zuständige Instandhalter eine Rückmeldung.
Sind der ETS-Server oder das SAP-System außer Betrieb, findet keine Datenübertragung statt. Allerdings bleiben die schon erfassten, aber noch nicht angekommen Meldungen erhalten, werden gespeichert und später an das Zielsystem weitergeleitet (Bild 1).
Die Vorteile im Unterschied zur Zeit vor der ETS-Installation bestehen darin, dass die Störmeldung nach Eingang nur noch einmal manuell eingegeben wird, was für die Mitarbeiter in der Leitstelle eine große zeitliche Entlastung bedeutet. Zudem steht die Meldung sofort den Werkstätten zur Verfügung, die aber bei gravierenden, dringend zu behebenden Störungen zusätzlich immer auch noch per Funk oder Telefon benachrichtigt werden.
Die Schnittstellenlösung ermöglicht durch detaillierte, komplette und zeitnahe Störungsanalyse eine optimale Schadensvorbeugung, die mittelfristig Instandhaltungs- und Infrastrukturkosten reduziert. Die genaue Kenntnis über die Historie und Details der einzelnen Störfälle dient wiederum als Grundlage für die einzelnen Reparaturdienstleistungen, für eine effiziente kontinuierliche Wartung und für Investitionsentscheidungen.
In einer künftigen dritten Stufe wird es darum gehen, im Rahmen von Neuanschaffungen technische Systeme zu installieren, die in der Lage sein werden, eigenständig und automatisch Störungen direkt ans SAP zu melden, so dass irgendwann auch die letzte manuelle Erfassung wegfällt.
ETSNET erkennt automatisch die angesprochene Organisationseinheit. Externe Versender benötigen keinerlei Kenntnisse über die Systemlandschaft des Anwenders. Darüber hinaus ist ETSNET fähig, die vom System erzeugten Transaktionsmeldungen an den Versender zurückzugeben. Das bedeutet umgehende Rückmeldung des erfolgreichen Datentransfers unabhängig vom Standort sowie rund um die Uhr und sichert damit den reibungslosen Ablauf der Geschäftsprozesse.
ETSNET besteht je nach Applikation aus verschiedenen Modulen (s. Abbildung) und standardisierten Branchenlösungen. Als Grundbaustein dient das Basissystem ETSServer, das in heterogenen Systemlandschaften die Kommunikation mit dem SAP-System gewährleistet. Dabei ist es vollständig in das SAP-System integriert, das Customizing erfolgt somit weiterhin im R/3®-System. Der ETSServer ermöglicht den Einsatz von vier standardisierten Grundmodulen:
HTTP/HTTPS: Datenaustausch direkt über das Protokoll, mit dem auch Internet-Browser arbeiten
FTP: Datenaustausch über das FileTransferProtokoll
ODBC: Daten können direkt in beliebige Datentabellen einer ODBC-Datenquelle geschrieben oder aus dieser gelesen werden